Ruja Ignatova — Die OneCoin-Betrügerin
Wie eine Bulgarin mit einer falschen Kryptowährung Milliarden erbeutete und spurlos verschwand

Sagsdetaljer
Quick Facts
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Eine falsche Kryptowährung mit echtem Geld
Ruja Ignatova wurde 1987 in Bulgarien geboren und zog als junge Frau nach Deutschland. Sie behauptete, einen Doktortitel der Oxford University zu besitzen und einen Hintergrund in Medizin und Finanzwesen zu haben — Behauptungen, die sich später als Lügen herausstellten. 2014 lancierte sie von ihrer Heimatstadt Sofia aus OneCoin, vermarktet als "Bitcoin-Killer" oder "Bitcoin-Mörder".
OneCoin war keine echte Kryptowährung. Auf Blockchain-Technologie basierend existierte es praktisch nur in Marketingmaterialien und auf Versprechungen. Ignatova versprach den Mitgliedern enorme Renditen — bis zum 15- bis 16-fachen des investierten Geldes innerhalb weniger Jahre. Sie schuf ein Pyramidensystem, bei dem bestehende Mitglieder Geld verdienten, indem sie neue Investoren rekrutierten, nicht durch tatsächliche Handelsaktivitäten.
Das System wuchs explosionsartig. Durch glamouröse Konferenzen in Hotels auf der ganzen Welt — von Bangkok bis Las Vegas — baute Ignatova einen Kult um OneCoin auf. Sie selbst trat als Selbstbewusstsein in Person auf: Diamantringe, Designerkleidung und Luxus bar auf die Hand. Millionäre sollten an einem Tag geschaffen werden, lauteten die Versprechen.
Millionen von verzweifelten Menschen
Die Menschen, die auf OneCoin hereinfielen, waren oft verletzlich: Arbeitslose, Verschuldete oder Menschen aus Entwicklungsländern, die ihre einzige Chance auf finanzielle Freiheit sahen. Ignatova vermarktete gezielt an diese Gruppen. Sie engagierte sogenannte "Promoter" — oft unwissend über die vollständige illegale Natur des Systems —, die aggressives Multi-Level-Marketing und soziale Medien nutzten, um neue Mitglieder zu rekrutieren.


