
Netflix-Serie zeigt irische Gesellschaftsspaltung im Fall Sophie
Der Mord an der französischen TV-Produzentin Sophie Toscan du Plantier in West Cork wurde zur nationalen Obsession
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Der grausame Fund am Tag vor Heiligabend
Am Morgen des 23. Dezember 1996 machte Shirley Foster eine schreckliche Entdeckung: Ihre Nachbarin Sophie Toscan du Plantier lag tot vor ihrem Ferienhaus nahe Toormore in Goleen, County Cork, Irland. Es war 10 Uhr morgens, als Foster die 39-jährige Französin fand – sie trug noch ihren Schlafanzug und Stiefel.
Sophie Toscan du Plantier, geboren am 28. Juli 1957, arbeitete als erfolgreiche TV-Produzentin in Frankreich. Der Mord an der Künstlerin sollte zu einem der bekanntesten ungeklärten Kriminalfälle Irlands werden und die Beziehungen zwischen zwei Nationen auf eine harte Probe stellen.
Eine nationale Obsession auf beiden Seiten des Ärmelkanals
Der Fall ergriff schnell sowohl die irische als auch die französische Öffentlichkeit. Was als lokaler Mordfall in einer abgelegenen Küstenregion Irlands begann, entwickelte sich zu einer internationalen Sensation, die jahrzehntelang die Gemüter bewegte.
Die Art und Weise, wie die beiden Länder mit dem Fall umgingen, könnte unterschiedlicher nicht sein: Während in Irland nie jemand vor Gericht gestellt wurde, verurteilte ein französisches Gericht später den britischen Journalisten Ian Bailey in Abwesenheit zu 25 Jahren Haft. Bailey, der in West Cork lebte, stand von Anfang an im Fokus der irischen Ermittlungen, wurde aber nie angeklagt.
Netflix beleuchtet die gesellschaftliche Kluft
Im Juni 2021 veröffentlichte Netflix die dreiteilige Dokumentarserie 'Sophie: A Murder in West Cork', die sich intensiv mit dem Fall auseinandersetzt. Mit einer beeindruckenden Rotten Tomatoes-Bewertung von 86 Prozent wurde die Serie von Kritikern hochgelobt.


