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West Memphis Three — 18 Jahre unschuldig in Haft

Drei Teenager aus Arkansas wurden 1994 für einen Dreifachmord verurteilt, den sie nicht begangen hatten. Grund: Musikgeschmack und schwarze Kleidung

West Memphis Three: 18 år fængslet for satanistisk ritualmord
BEVIS

Sagsdetaljer

Quick Facts

Klassifikation:

Sager der forandrede verden
Sted
West Memphis, Arkansas, USA
Opfer
Drei 8-jährige Jungen, ermordet im Mai 1993

Quick Facts

LocationWest Memphis, Arkansas, USA
OpferDrei 8-jährige Jungen, ermordet im Mai 1993
VerurteilteDamien Echols (Todesstrafe), Jason Baldwin, Jessie Misskelley Jr. (lebenslang)
Haftdauer18 Jahre (1994–2011)
Freilassung2011 durch Alford Plea

Drei Jungen tot – drei Teenager vor Gericht

Im Mai 1993 entdeckte die Polizei in West Memphis, Arkansas, die Leichen von drei achtjährigen Jungen. Der Verdacht fiel schnell auf drei Teenager aus der Kleinstadt: Damien Echols, Jason Baldwin und Jessie Misskelley Jr. Sie hörten Metal, trugen schwarze Kleidung und interessierten sich für Okkultismus. Für die lokalen Behörden und Medien war das Beweis genug – sie konstruierten die Erzählung eines Satanischer Ritualmord.

Jessie Misskelley Jr. gestand nach zwölf Stunden Verhör. Der damals 17-Jährige hatte einen IQ von 72, kein Anwalt war anwesend. Sein Geständnis wimmelte von sachlichen Fehlern und Widersprüchen. Trotzdem verurteilte die Jury alle drei: Echols zum Tod, die beiden anderen zu lebenslanger Haft – ohne DNA-Beweise, ohne Tatzeugen, ohne forensische Beweise.

Dokumentarfilme als Wendepunkt

Die Regisseure Joe Berlinger und Bruce Sinofsky drehten 1996 die Dokumentation *Paradise Lost: The Child Murders at Robin Hood Hills*. Der Film und zwei Fortsetzungen lösten eine weltweite Bewegung aus. Prominente wie Johnny Depp, Eddie Vedder und Henry Rollins unterstützten die drei öffentlich und finanziell. Die Dokumentationen zeigten die Widersprüche, die fehlenden Beweise – und machten aus einem Justizirrtum einen internationalen Skandal.

2011, nach 18 Jahren Haft, akzeptierten alle drei eine sogenannte Alford Plea: Sie erkannten an, dass die Staatsanwaltschaft genug Beweise für eine Verurteilung hatte, hielten aber gleichzeitig an ihrer Unschuld fest. Sie wurden freigelassen. DNA-Analysen vom Tatort hatten keine Übereinstimmung mit den drei Verurteilten ergeben – wohl aber mit dem Stiefvater eines der Opfer.

Verurteilte
Damien Echols (Todesstrafe), Jason Baldwin, Jessie Misskelley Jr. (lebenslang)
Haftdauer
18 Jahre (1994–2011)
Freilassung
2011 durch Alford Plea
DNA-Beweis
Keine Übereinstimmung mit den Verurteilten, aber mit Stiefvater eines Opfers

Moralsk panik og uskyldige dømte

Moralische Panik statt Rechtsstaatlichkeit

Der Fall der West Memphis Three ist ein Lehrstück über Moralische Panik im Justizsystem. In den frühen 1990er Jahren grassierte in den USA die Hysterie um angebliche satanistische Kulte. Eltern, Medien und Behörden sahen überall Rituale und Teufelsanbetung – wissenschaftliche Belege gab es nie. Die drei Teenager aus West Memphis wurden Opfer dieser Hysterie.

Der Fall führte zu gesetzlichen Reformen: Die Anwendung von Alford Pleas wurde kritischer geprüft, DNA-Tests nach rechtskräftigen Urteilen wurden in vielen US-Bundesstaaten Standard. Und er zeigte, dass Dokumentarfilme nicht nur berichten, sondern auch Gerechtigkeit herbeiführen können.

Ein Freispruch, der keiner ist

Damien Echols, Jason Baldwin und Jessie Misskelley Jr. sind heute frei – aber nicht rehabilitiert. Die Alford Plea bedeutet: Sie gelten weiterhin als schuldig. Eine vollständige Aufhebung der Urteile steht bis heute aus. Der wahre Mörder wurde nie gefunden. Die Familien der drei getöteten Jungen warten noch immer auf Gerechtigkeit.

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Opfer
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Haftdauer
18 Jahre (1994–2011)
Freilassung
2011 durch Alford Plea
DNA-Beweis
Keine Übereinstimmung mit den Verurteilten, aber mit Stiefvater eines Opfers

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VerurteilteDamien Echols (Todesstrafe), Jason Baldwin, Jessie Misskelley Jr. (lebenslang)
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Moralische Panik statt Rechtsstaatlichkeit

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Der Fall führte zu gesetzlichen Reformen: Die Anwendung von Alford Pleas wurde kritischer geprüft, DNA-Tests nach rechtskräftigen Urteilen wurden in vielen US-Bundesstaaten Standard. Und er zeigte, dass Dokumentarfilme nicht nur berichten, sondern auch Gerechtigkeit herbeiführen können.

Ein Freispruch, der keiner ist

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