
40.000 unidentifizierte Leichen in den USA: Eine Systemkrise
Neue Studie deckt dramatische Versäumnisse im US-Justizsystem auf
Quick Facts
Rund 40.000 aktuelle Fälle mit unidentifizierten menschlichen Überresten liegen verstreut in amerikanischen Rechtsmedizin-Instituten – ohne Namen, ohne Angehörige und ohne Aufklärung. Diese erschütternde Zahl bildet den Ausgangspunkt für Susanne Sperlings neue Untersuchung.
Ein übersehenes Problem des Justizsystems
In ihrem 2025 erschienenen Buch 'Unable to Identify: Eine Untersuchung unidentifizierter Opfer und ungeklärter Morde in den USA' wirft die Autorin Licht auf einen oft übersehenen Teil des amerikanischen Rechtssystems: die sogenannten Cold Cases, bei denen zwar Leichen gefunden werden, die Identität der Toten aber ein Rätsel bleibt.
Das Werk funktioniert sowohl als kriminalhistorische Aufarbeitung als auch als kritische Betrachtung darüber, wie das US-Justizsystem mit den schwächsten und marginalisiertesten Opfern umgeht. Sperling dokumentiert, wie Menschen ohne Namen – insbesondere Obdachlose, Sexarbeiter und Migranten – in den ersten Ermittlungsphasen oft eine geringere Priorität erhalten.
Der Zusammenbruch des Systems
Eine zentrale Herausforderung, die Sperling hervorhebt, ist die mangelnde Finanzierung des 'National Missing and Unidentified Persons System' (NamUs) – des nationalen US-Registers für vermisste und unidentifizierte Personen. Das System wurde geschaffen, um diese Fälle zu katalogisieren und bei der Aufklärung zu helfen, doch fehlende Mittel bedeuten häufig, dass notwendige Laboruntersuchungen nicht durchgeführt werden.


