
Vom entführten Mädchen zur Autorin: Die Geschichte einer der bekanntesten Entführungen Europas
Am 2. März 1998 wurde die 10-jährige Natascha Kampusch in Wien auf dem Schulweg entführt. Wolfgang Priklopil hielt sie 8 Jahre und 5 Monate in einem Kellerverlies gefangen – 3.096 Tage ohne Freiheit.
Quick Facts
Am 2. März 1998 wurde die 10-jährige Natascha Maria Kampusch auf dem Weg zur Schule im Wiener Bezirk Donaustadt entführt. Der Täter Wolfgang Priklopil verschleppte das Mädchen in ein geheimes Kellerverlies in Strasshof an der Nordbahn in Niederösterreich, wo sie die nächsten 8 Jahre und 5 Monate verbringen sollte – exakt 3.096 Tage.
Das versteckte Verlies
In dem verborgenen Gefängnis wurde Kampusch physischer Misshandlung, Nahrungsentzug, sexuellem Missbrauch und psychischem Terror ausgesetzt. Jahr für Jahr verging, ohne dass sie Tageslicht sah oder Kontakt zur Außenwelt hatte. Der Fall gilt als eine der schockierendsten Entführungsfälle in der europäischen Kriminalgeschichte.
Priklopil hatte das Verlies unter seinem Haus in einem Vorort von Wien eigens für die Gefangenschaft präpariert. Der nur wenige Quadratmeter große Raum war schallisoliert und durch eine schwere Tür gesichert, die nur von außen geöffnet werden konnte.
Die Flucht im August 2006
Am 23. August 2006 ergab sich für Kampusch die Chance ihres Lebens. Während Priklopil kurzzeitig abgelenkt war, gelang es der mittlerweile 18-Jährigen, aus dem Verlies zu entkommen. Sie flüchtete zu einer Nachbarin namens Inge T., die sofort die Polizei alarmierte.
Um 13:04 Uhr trafen Polizeibeamte ein und brachten das inzwischen erwachsene Mädchen zur Polizeistation in Deutsch-Wagram. Wolfgang Priklopil beging noch am selben Tag Suizid, indem er sich vor einen Zug warf – ohne jemals vor Gericht gestellt worden zu sein.


