
Neues Urteil nach gescheitertem ersten Prozess
Eine neue Jury hat im zweiten Anlauf im umstrittenen Fall Karen Read ein Urteil gefällt. Die NBC-Podcast-Folge "Center of the Storm" von "Talking Dateline", ausgestrahlt am 25. Juni 2025, beleuchtet einen der kontroversesten Polizeiskandale der jüngeren US-amerikanischen Justizgeschichte.
Karen Read stand unter Anklage, ihren Lebensgefährten John O'Keefe, einen erfahrenen Polizisten aus Boston, im Januar 2022 unter Alkoholeinfluss mit ihrem SUV überfahren und hilflos im Schneesturm zurückgelassen zu haben. Der erste Prozess war gescheitert, weil sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen konnten.
Der tragische Tod von John O'Keefe
John O'Keefe, ein 16-jähriger Veteran des Boston Police Department, wurde am 29. Januar 2022 tot auf dem Vorgarten eines Kollegen gefunden. Zu diesem Zeitpunkt wütete ein heftiger Schneesturm über Boston. Die Obduktion ergab, dass O'Keefe an stumpfem Trauma und Unterkühlung gestorben war.
Die Staatsanwaltschaft warf Karen Read vor, rückwärts mit ihrem SUV in O'Keefe gefahren zu sein, während sie unter Alkoholeinfluss stand. Anschließend habe sie ihn in der Kälte dem Tod überlassen.
Verteidigung spricht von Polizeivertuschung
Von Anfang an bestritt Reads Verteidigungsteam die Vorwürfe vehement. Die Anwälte argumentierten, ihre Mandantin werde zum Sündenbock gemacht, um eine Polizeivertuschung zu verschleiern. Im Zentrum der Verteidigungsstrategie stand die Behauptung, dass O'Keefe nicht von einem Fahrzeug überfahren wurde, sondern auf andere Weise zu Tode kam.
State Trooper unter Verdacht
Ein zentraler Punkt der Verteidigung war State Trooper Michael Proctor. Die Anwälte warfen ihm vor, Beweise gegen Karen Read fabriziert zu haben. Diese Vorwürfe und die Rolle einzelner Ermittler wurden während des Verfahrens intensiv diskutiert und trugen zur nationalen Aufmerksamkeit bei, die der Fall auf sich zog.
Nationale Aufmerksamkeit und Proteste
Der Fall Karen Read entwickelte sich zu einem Medienspektakel. Vor dem Gerichtsgebäude in Boston kam es zu zahlreichen Demonstrationen und Protesten. Unterstützer von Read versammelten sich regelmäßig und forderten ihre Freilassung, während sie von einer systematischen Ungerechtigkeit sprachen.


